Rotenberg und Neckarthal. Schulwandbild 1901. Farblithographie
99 € VB
+ Versand ab 7,69 €Beschreibung
Rotenberg und Neckarthal. Altes Schulwandbild 1901. Farblithographie
Geographische Charakterbilder aus Schwaben, Bild I,9
herausgegeben von Emil Hörle. Stuttgart.
Verlag: Hobbing & Büchle in Stuttgart, 1901 (s. Verkaufsprospekt bei den Bildern)
Künstler: F. Ronfort (Deutscher Maler,1868 - 1949)
Druck: Emil Hochdanz.
Seit 1860 lieferte seine lithografische Anstalt viele Jahre hindurch hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des Kartenstichs und des lithographischen Farbendrucks für die unterschiedlichsten Auftraggeber, die seiner Firma einen ausgezeichneten Ruf verschaffte. Auch unter seinem Nachfolger behielt der Betrieb sein Renommee und hatte bis Anfang der 1920er Jahre Bestand.
Maße: 93 x 74 cm.
Material/Technik: Auf Karton aufgezogene Chromlithographie, umlaufend leinenverstärkt. Am oberen Rand auf Hängeleiste befestigt. Metallhaken sowie 2 Ösen zum Aufhängen.
Zustand : altersgemäß gut. Siehe Fotos.
Das Bild:
Es ist das Bild 9 der ersten Serie der geographischen Charakterbilder aus Schwaben des Herausgebers Emil Hörle.
In einer eindrucksvollen Perspektive ist das Neckartal dargestellt, im Hintergrund die „blaue Mauer“ der Schwäbischen Alb. Dominiert wird das Bild vom Rotenberg und dem Städtchen Untertürkheim. Im Vordergrund sind Menschen bei der Weinlese im Weinberg zu sehen.
Das Bild stammt aus dem Nachlass einer „Evangelischen Volkschule“, die bis 1938 existierte.
Den Bildern habe ich den Verkaufsprospekt des Verlags hinzugefügt, da dieser sehr schön die Hintergründe und die Philosophie der Schulwandbilder beschreibt. Dieser Prospekt gehört nicht zum Angebot und steht nicht zum Verkauf.
Schulwandbilder galten lange Zeit als wichtigstes Lehrmittel. Sie bedienten den Hunger nach Anschaulichkeit.
Der Geographieunterricht stützte sich im 19. Jh. auf Globus, Kartenmaterial und verbale Beschreibungen. Anschauungsmaterial fehlte, bis in den 1870er Jahren die ersten „geographischen Charakterbilder“ erschienen.
Sie wurden die Schnittstelle von Wissenschaft, Kunst und Pädagogik.
Durch die Veranschaulichung nicht nur in den Klassenzimmern, sondern auch in Museen und selbst in den bürgerlichen Wohnstuben prägten die Bilder unbewusst unser kollektives Bild der Welt. Neben der Wissensvermittlung prägten sie dadurch ganz entscheidend auch die weltanschauliche Erziehung, das nationale kulturelle Selbstverständnis und das ethische Empfinden. Waren die künstlerischen Wandbilder doch in den sonst eher tristen Schulstuben im Wesentlichen zudem der einzige und beeindruckende Wandschmuck.
Heute sind sie interessante Zeugnisse der Veränderung des Landschaftsbildes, Siedlungsgeschichte und Lebensformen.
Außerdem sind sie historische Dokumente der damaligen Schulbildung, der gesellschaftlichen Bildung und Weltanschauung sowie ein Dokument der lithographischen Drucktechnik.
Außerdem sind sie als eindrucksvolle, dekorative Eyecatcher und Erinnerungsstücke an die alte Schulzeit gefragt.