Gang nach Canossa, Altes Schulwandbild, um 1930, M. Zeno Diemer
89 € VB
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Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII. in Canossa, Schulwandbild von C. C. Meinhold nach einem Gemälde von Michael Zeno Diemer
Blattgröße: 89 cm x 68 cm
Zustand: Altersentsprechend sehr gut, siehe Fotos
Material/Technik:, Siebdruck, Kartondruck mit verstärktem Rand auf der Rückseite, Holzleiste, Haken und 2 Ösen zum Aufhängen.
Alter: spätestens 1938
Das Motiv: Der sogenannte „Investiturstreit“ war ein Machtkampf zwischen dem Papst Gregor VII und dem König Heinrich IV. Es ging um die Frage, wer das Recht hat, einen Bischof einzusetzen und weitere Ämter zu vergeben.
Papst Gregor VII. griff zu drastischen Mitteln, erklärte Heinrich IV. als abgesetzt, sprach einen Bann gegen ihn aus, exkommunizierte ihn schließlich und setzte einen Termin für eine Königswahl an.
Als der Papst erfuhr, dass Heinrich daraufhin über die Alpen Richtung Italien zog, verschanzte er sich auf der Burg Canossa. Heinrich griff den Papst jedoch nicht an, sondern zog sich ein Büßerhemd an und schritt ohne jegliche Fußbekleitung vor die Tore der Burg um Buße zu tun. Bei kaltem Winterwetter harrte er dort drei Tage zwischen dem 25. und dem 28. Januar 1077 aus, bis der Papst schließlich ein Einsehen hatte und ihn hereinbat. Obwohl nach dieser Handlung der Bann Heinrichs gelöst wurde und er König blieb, war der Investiturstreit über die Vergabe der Ämter weiterhin ungelöst.
Der Küstler: Michael Zeno Diemer (* 8. Februar 1867 in München; † 28. Februar 1939 in Oberammergau) war ein bedeutender deutscher Maler. Bekannt wurde Diemer für seine eindrucksvollen Schlachtenbilder.
In Stuttgart stattete er die Brauereigaststätte Ketterer mit einem Zyklus von 14 großformatigen Gemälden zur Geschichte schwäbischer Auswanderer aus.
Von ihm stammen außerdem zahlreiche Landschafts- und Marinebilder, Aquarelle, Plakatentwürfe und Postkartenmotive .
Er hat die Vorlagen für etwa 700 Ansichtskarten-Motive geliefert; meist waren es Aquarelle, von denen Lithographien erstellt wurden. Der weit überwiegende Teil wurde von dem Münchner Verlag Ottmar Zieher herausgegeben und in Leipziger Druckereien angefertigt. Dort befand sich auch der Meinold –Verlag, welcher zu dieser Zeit zahlreiche Schulwandbilder herstellte und vertrieb.
Das Bild stammt aus dem Nachlass einer „Evangelischen Volkschule“, die bis 1938 existierte.
Schulwandbilder waren die Schnittstelle von Wissenschaft, Kunst und Pädagogik. Sie galten lange Zeit als wichtigstes Lehrmittel.
Zudem waren sie in den sonst eher tristen Schulstuben im Wesentlichen auch der einzige und zudem beeindruckende Wandschmuck. Sie vermittelten nicht nur Inhalte, sondern prägten ganz entscheidend die ethische und weltanschauliche Erziehung.
Heute sind sie nicht nur interessante historische Dokumente der damaligen Schulbildung, und der Druckkunst, sondern sind auch als eindrucksvolle, dekorative Eyecatcher und Erinnerungsstücke an die alte Schulzeit gefragt.