Zeitzeugen, Nachfahren und Unterstützer gesucht!
Beschreibung
"Ein neues Denkmal für die Wilhelmsburger Opfer der Sturmflut von 1962"
In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 brachen durch eine Sturmflut die Deiche in Norddeutschland. In Hamburg versanken ganze Straßenzüge in den Wassermassen – 315 Menschen verloren ihr Leben. Besonders hart traf es den Stadtteil Wilhelmsburg: 224 Menschen starben allein hier.
Doch die Orte des Gedenkens an dieses tragische Ereignis verschwinden zunehmend aus dem Stadtbild der Elbinsel. Viele der alten Flutmarken, die an den Fassaden des Reiherstiegviertels an die Höhe der Wasserstände erinnerten, sind im Zuge von Sanierungen und Neubauten der IBA entfernt worden. Eine bronzene Gedenktafel für verstorbene Retter auf dem Friedhof Finkenriek wurde gestohlen. Die Kunstinstallation „Woge“ soll ihren Platz am Vogelhüttendeich verlieren. Und auch der sogenannte „Wilde Wald“, ein Ort des Sterbens während der Flut, wird bald bebaut – bislang ohne konkrete Pläne, die Geschichte dieses Areals sichtbar zu bewahren.
Wir erleben, dass die Erinnerungsorte verschwinden, doch die Opfer dieser Nacht dürfen nicht in Vergessenheit geraten! Daher schlagen wir von der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen vor, einen neuen zentralen Erinnerungsort zu schaffen: die Treppe am Deich an der Harburger Chaussee, Ecke Georg-Wilhelm-Straße – genau dort, wo in jener Nacht der Deich brach. Unser Konzept sieht vor, das historische Flutmarken-Logo an der Deichinnenseite aufzutragen. An der Außenseite sollen auf 224 Stufen die Namen aller Wilhelmsburger Opfer – einschließlich derer von der Veddel, der Peute, Steinwerder, Hohe Schar und Stillhorn – sowie die Namen der drei Rettungskräfte mit Plaketten verewigt werden.
Um dieses Projekt zu realisieren, suchen wir Unterstützung – vor allem von Überlebenden, Betroffenen und deren Nachkommen. Viele, die damals ihre Heimat verloren, leben heute in Buchholz, Süderelbe, Bergedorf-Lohbrügge, Eidelstedt, Rahlstedt, Norderstedt, Barmbek oder in den Kreisen Pinneberg und Stormarn. Wir laden sie ein, dieses Vorhaben mit ihrem Namen zu unterstützen, damit Wilhelmsburg auch in Zukunft ein sichtbares Zeichen der Erinnerung an die Sturmflut von 1962 behält.
Mit freundlichen Grüßen
Oliver Menk und Marco Moreno